In diesem Inselbrief erfährst du, warum Veränderung oft genau in dem Moment scheitert, in dem sie möglich wird.

 

Warum du dich nicht veränderst – obwohl du es willst der 

Neulich saß Barbara bei mir. Sie wirkte müde, erschöpft und gleichzeitig war da dieser leise Wunsch in ihr, dass sich etwas verändern möge. Sie sprach von den letzten Jahren, von Zuständen, die sie zunehmend Kraft kosten, von einem Leben, das sich schwer anfühlt. Und während sie erzählte, war deutlich spürbar, dass sie nicht nur unter ihrer Situation leidet, sondern dass da auch eine echte Sehnsucht nach Veränderung in ihr lebt.

Ich habe ihr zugehört und sehr klar wahrgenommen, wo sie steht. Nach all den Jahren habe ich ein feines Gespür dafür entwickelt, was ein Mensch in diesem Moment wirklich braucht. Ich habe ihr ein konkretes Angebot gemacht und sie eingeladen, bei einer Familienaufstellung dabei zu sein. Nicht irgendwann, sondern jetzt, zwei Tage später. Denn genau diese Momente sind entscheidend. Es sind die Momente, in denen sich etwas wirklich bewegen kann. Am nächsten Tag rief sie mich an. Es sei ihr im Moment alles zu viel. Sie mache gerade eine körperliche Entgiftung und könne deshalb jetzt nicht zusätzlich an ihrer Seele arbeiten. Als ich diese Nachricht gelesen habe, war mir sofort klar: Es war keine echte Entscheidung. Es ist ein Rückzug, denn wenn sie diesen Schritt gegangen wäre, hätte sie wirklich etwas verändern müssen und genau dazu war sie in diesem Moment noch nicht bereit.

 

Nicht der Anfang zählt, sondern dass du nicht mehr umkehrst.

 

Kurz darauf musste ich an Sonja denken, eine Freundin, die sich große Sorgen um ihren Sohn Marco macht. Er lebt mit einer tiefen Angst, immer wieder kommt in ihm der Gedanke auf, dass er sterben könnte, ganz plötzlich, von einem Moment auf den anderen. Dadurch kann er sein Leben nicht wirklich genießen, weil diese Angst ihn permanent begleitet.

Ich kenne die Geschichte dieser Familie sehr gut. Marcos Vater ist von einem Tag auf den anderen gestorben. Marco war damals erst drei Jahre alt und auch wenn der Verstand solche Ereignisse oft nicht mehr bewusst erinnert, hat sich dieses Erlebnis tief in ihm gespeichert. Der Körper vergisst nicht, und die Seele auch nicht.

Ich habe Sonja empfohlen, mit ihrem Sohn für ein paar Tage zu mir nach Mallorca zu kommen. Ein Intensivcoaching, in dem wir wirklich Zeit, Raum und Tiefe haben, um an die Ursache zu gehen und nicht nur an der Oberfläche zu arbeiten. Bei solch tiefen Themen reicht es aus meiner Erfahrung nicht, nur punktuell hinzuschauen. Es braucht eine echte, durchgehende Begleitung. Doch sie begann zu verhandeln. Ob man nicht erst einmal kleiner anfangen könne. Vielleicht eine einzelne Aufstellung in Deutschland. Ich habe ihr ehrlich gesagt, dass ich das in diesem Fall nicht für ausreichend halte. Bei so tiefen Prägungen braucht es mehr als einen ersten vorsichtigen Schritt.

Seit diesem Gespräch sind inzwischen drei Monate vergangen und nichts ist passiert. Die Angst ist geblieben und das Leid auch.

 

Die Angst ist geblieben und das Leid auch.

 

Ein drittes Beispiel fällt mir in diesem Zusammenhang immer wieder ein. Michaela hatte sich vor einiger Zeit zu einem Gruppenseminar angemeldet. Auch sie sagte gleich zu Beginn, dass sie kein konkretes Thema habe, dass sie einfach gerne dabei sei, weil ihr die Gruppe gut tue. Immer wieder erlebe ich genau das: Menschen kommen, spüren, dass etwas da ist, und sobald sich die Möglichkeit zeigt, tiefer zu gehen, ziehen sie sich zurück oder geben die Verantwortung ab mit Sätzen wie: „Du kannst ja mal schauen, ob du etwas findest.“

Doch so funktioniert Veränderung nicht. Ich bin nicht dafür da, Themen zu erfinden, damit ich anschließend coachen kann. Das entspricht weder meiner Arbeit noch meiner Haltung. Ich muss niemanden begleiten, wenn er sich nicht wirklich zeigen möchte. Wenn jemand sich schützen will und sich nicht öffnen möchte, dann ist das vollkommen in Ordnung. 

Was mich all die Jahre immer wieder bewegt, ist diese Beobachtung:

Es gibt Menschen, die wirklich etwas verändern wollen. Sie gehen Schritt für Schritt, auch wenn es unbequem wird, auch wenn es sie Überwindung kostet. Sie geben alles für sich und ihr Vorhaben. Genau diese Menschen kommen voran, sie setzen um, sie bleiben dran und sie erreichen das, was sie sich vorgenommen haben.

Dann gibt es die anderen, die, die glauben, dass sie es wollen. Sie sprechen darüber, sie denken viel darüber nach, sie suchen, informieren sich, holen sich Unterstützung. Und genau in dem Moment, in dem Veränderung möglich wird, ist ihr Problem schlagartig weg, sind andere Dinge wichtiger, ist kein Geld da oder ihnen ist alles zu viel. So ziehen sie sich wieder zurück und leiden weiter.

Warum ist das so?

Weil Veränderung nicht nur bedeutet, dass etwas besser wird. Veränderung bedeutet immer auch, dass etwas Altes gehen muss. Ein Verhalten, eine Gewohnheit, ein inneres Muster, manchmal auch Beziehungen oder Lebensentscheidungen. Und genau das macht Angst.

Das Alte hat einen Nutzen. Es gibt Sicherheit. Es ist vertraut, berechenbar, selbst dann, wenn es schmerzhaft ist und der Mensch darunter leidet. Veränderung dagegen bringt Unsicherheit, sie fordert Entscheidungen und sie konfrontiert uns mit uns selbst. So entsteht dieser Moment, den so viele kennen: Nach außen sagen wir Nein. Doch innerlich gibt es oft ein leises Ja. Ein Ja, das sich nicht traut, sichtbar zu werden, weil es genau weiß, dass es Konsequenzen haben wird.

Die meisten Menschen scheitern nicht an der Veränderung selbst. Sie scheitern an dem Punkt, an dem sie ehrlich werden müssten.

Wenn du das nächste Mal Nein sagst, dann halte einen Moment inne und frage dich ganz ehrlich: Ist es wirklich ein Nein? Oder ist es ein Ja, das sich nicht zeigen will, weil ich Angst habe, die Verantwortung für mein eigenes Leben wirklich zu übernehmen?

Vielleicht beginnt genau dort deine Veränderung.

Wenn du aufhören willst, dich zurückzuhalten, ist mein Intensivcoaching dein nächster Schritt. Kleine Auszeit – Große Veränderung.

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